Ein Piercing ist erst dann gelungen, wenn es gut verheilt. Unten stehen die fünf Phasen der Heilung und darunter die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden. Klick auf eine Frage, dann klappt die Antwort auf.
Die Heilung läuft in Stufen ab. Was in Woche eins richtig ist, ist in Monat fünf zu viel.
In den ersten Tagen ist das Piercing eine frische Wunde.
PflegeDie äußere Haut beginnt zu schließen, innen ist die Heilung noch aktiv.
PflegeDie Haut wirkt oft schon fertig, ist innen aber noch empfindlich.
PflegeDas Piercing stabilisiert sich tiefer im Gewebe.
PflegeÄußerlich gilt das Piercing oft als abgeheilt. Es bleibt aber ein Körperdurchgang.
PflegeDie Heilung ist individuell. Körperstelle, Immunsystem, Reibung im Alltag und das Schmuckmaterial beeinflussen den Verlauf.
Sterile Kochsalzlösung 0,9 % aus der Apotheke. Das reicht. Mehr Produkte sind in aller Regel nicht nötig.
Wenn es doch mehr sein soll: Prontolind, notfalls Octenisept. Beides ist Ergänzung, kein Ersatz.
Wenn du keine fertige Lösung zur Hand hast, kannst du sie selbst anrühren. Sie ist dann allerdings nicht steril — die Apothekenlösung ist immer die bessere Wahl, besonders in den ersten vierzehn Tagen.
Für eine kleinere Menge: 2,25 Gramm Salz auf 250 Milliliter Wasser.
Fieber heißt, dass die Sache nicht mehr nur örtlich ist. Geh zur Ärztin oder zum Arzt, außerhalb der Sprechzeiten in die Notaufnahme oder zum ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Schreib mir parallel, damit ich Bescheid weiß und dir weiterhelfen kann: WhatsApp an +49 151 61000002. Ein Foto sagt mir mehr als eine Beschreibung.
Nimm den Schmuck nicht eigenmächtig heraus. Der Kanal kann zuwachsen und eine Entzündung darin einschließen — ein Piercing wird herausgepflegt, nicht herausgerissen.
Tipp auf eine Frage, dann klappt die Antwort darunter auf.
Bereich 1Was direkt nach dem Termin normal ist.
Ja. Das Ohr ist gut durchblutet, eine leichte Nachblutung in den ersten Stunden ist nichts Ungewöhnliches. Manchmal wird ein kleines Gefäß getroffen, das ein wenig Zeit braucht.
Was hilft:
Wenn du blutverdünnende Mittel nimmst, sprich das vorher mit mir und mit deinem Arzt ab. Hört die Blutung trotz allem nicht auf, geh zum Arzt.
In der Akutphase gehört das dazu, ebenso etwas klares Wundsekret. Der Körper reagiert auf eine frische Wunde.
Aufmerksam wirst du, wenn die Beschwerden zunehmen statt abklingen oder Eiter dazukommt. Dann gilt, was oben unter „Wann du reagieren musst" steht.
Ja. Achte nur darauf, dass nicht dauernd Shampoo oder Duschgel über die Stelle läuft, und spül sie danach kurz mit klarem Wasser ab.
So wenig wie möglich, und wenn, dann nur mit gründlich gewaschenen Händen. Jedes Anfassen bringt Keime an den Stichkanal.
Klare bis leicht gelbliche Absonderung gehört zur Heilung, das ist Wundsekret. Es trocknet zu den Krusten, die du kennst.
Anders ist es bei dickem, gelb-grünem Eiter zusammen mit zunehmenden Schmerzen. Dann gilt, was oben unter „Wann du reagieren musst" steht.
Das kommt vor, besonders bei Knorpelpiercings, weil der Kanal eng ist. Stich nichts selbst auf und drück nichts aus.
Schick mir ein Foto, dann sage ich dir, was zu tun ist.
Wie ein blauer Fleck: Blut, das unter der Haut geblieben ist, statt aus dem Kanal auszutreten. Das verfärbt sich und verschwindet von allein wieder.
Jeder Mensch empfindet anders, und die Tagesform spielt mit. Der Stich selbst dauert einen Moment.
Was hilft: vorher etwas essen, ausgeschlafen kommen und Zeit mitbringen. Wer angespannt ankommt, empfindet mehr.
Bei Minderjährigen brauche ich die schriftliche Einwilligung der Sorgeberechtigten, und diese müssen beim Termin dabei sein.
Sanft und regelmäßig. Mehr ist hier nicht besser.
Kochsalzlösung auf die Stelle geben und den Rest abtrocknen lassen. Nicht schrubben, nicht rubbeln, nicht am Schmuck ziehen.
Nur das, was sich nach dem Aufweichen mit Kochsalzlösung von allein löst. Nichts abkratzen und nichts abziehen, was noch festsitzt — darunter liegt frisches Gewebe.
Nein. Drehen reibt im Stichkanal und stört genau die Zellen, die gerade nachwachsen. Außerdem kann sich die Kugel lösen.
Ja. Deine Haut hat eine eigene Schutzschicht, die zur Heilung gehört. Wer zu oft und mit zu scharfen Mitteln arbeitet, greift sie an und erreicht das Gegenteil. Halte dich an den Phasenplan oben.
Nicht ohne Empfehlung. Salben schließen die Stelle ab, und genau das soll ein frischer Stichkanal nicht.
Was sofort wieder geht und was warten muss.
Bis mindestens Woche sechs nicht. Chlorwasser, Hitze und UV reizen die frische Stelle zusätzlich.
Nicht auf dem frischen Piercing. Ein Nackenkissen hilft beim Ohr — das Ohr liegt dann in der Öffnung statt auf dem Kissen.
Alles, was drückt oder reibt, belastet die Stelle. In den ersten Wochen möglichst meiden. Wenn du beruflich nicht darauf verzichten kannst, sag mir das vor dem Termin, dann berücksichtige ich es bei der Position.
Nichts davon gehört in die Nähe des Stichkanals. Beim Haaremachen die Stelle aussparen und danach kurz reinigen.
Bewegung ja. Kontaktsport und alles, wo etwas anstoßen oder ziehen kann, in den ersten Monaten besser nicht. Nach starkem Schwitzen einmal reinigen.
Die Begriffe, die im Netz kursieren, und was wirklich dahintersteckt.
Dieses Wort macht mehr Angst, als der Befund verdient. In den allermeisten Fällen ist es gar kein Wildfleisch.
Gemeint sind zwei völlig verschiedene Dinge, die zufällig ähnlich aussehen: eine Wundwasserblase und ein Keloid. Das eine ist harmlos und geht weg, das andere nicht. Deshalb lohnt es sich, den Unterschied zu kennen.
Die Wundwasserblase
Während der Heilung produziert der Körper Wundsekret. Normalerweise läuft es aus dem Stichkanal ab und trocknet zu den Krusten, die du kennst. Ist der Kanal aber eng — im Knorpel ist er das fast immer — oder drückt etwas darauf, findet die Flüssigkeit keinen Weg nach außen. Dann sammelt sie sich unter der Haut und wölbt sie neben dem Einstich zu einer kleinen, weichen Blase.
Das ist keine Wucherung, sondern gestaute Flüssigkeit. Sie hat immer eine Ursache, und wenn die Ursache weg ist, geht sie zurück.
Das Keloid
Ein Keloid ist etwas ganz anderes: überschießendes Narbengewebe. Es ist fest, wächst über die ursprüngliche Wunde hinaus und bildet sich nicht von allein zurück. Keloide entstehen langsam, oft erst Monate später, und manche Menschen neigen stärker dazu als andere.
Keloide gehören in ärztliche Hand. Mit Pflege kommst du da nicht weiter.
So unterscheidest du sie
Und dann gibt es noch die feste Schicht, die sich rund um den Schmuck bildet. Die gehört dazu, schützt den Kanal und ist weder das eine noch das andere.
Der wichtigste Schritt ist nicht Pflege, sondern Ursachensuche. Solange der Auslöser bleibt, kommt die Blase immer wieder.
Die häufigsten Ursachen
Was du tun kannst
Was du nicht tun solltest
Schick mir ein Foto. Oft sehe ich daran, ob der Stab die falsche Länge hat — und das ist etwas, das ich in zwei Minuten ändern kann.
Dann ist es kein Pflegethema mehr. Keloide bilden sich nicht durch Kochsalzlösung zurück und auch nicht durch Warten.
Anzeichen dafür, dass du damit zum Arzt solltest: Die Stelle ist fest statt weich, sie wächst über Wochen langsam weiter, sie ist erst Monate nach dem Stechen aufgetaucht, oder du hattest schon einmal so etwas nach einer anderen Verletzung.
Anlaufstelle ist die Hautärztin oder der Hautarzt. Dort gibt es Behandlungsmöglichkeiten — welche davon in Frage kommt, entscheidet die Ärztin nach Befund.
Was du in der Zwischenzeit tun kannst: die Stelle in Ruhe lassen und keinen Druck darauf geben.
Das Wort fällt viel häufiger, als es zutrifft. Eine Rötung allein ist keine Entzündung, eine Schwellung in der ersten Woche auch nicht.
Eine Entzündung erkennst du daran, dass mehrere Zeichen zusammenkommen: Die Stelle ist dick, gerötet, warm, tut weh, und die Beschwerden nehmen zu statt ab. Kommt Fieber dazu, ist es nicht mehr örtlich.
Dann gilt, was oben unter „Wann du reagieren musst" steht: ab zum Arzt. Ein normales Pflegemittel reicht dann nicht mehr, und selbst herumdoktern macht es schlimmer.
Schreib mir parallel und schick ein Foto, dann weiß ich Bescheid.
Kurz gesagt: kaum sinnvoll.
Was tatsächlich hilft: vorher etwas essen, ausgeschlafen kommen, Zeit mitbringen und ruhig weiteratmen. Der Stich dauert einen Moment. Wer sich vorher hineinsteigert, spürt mehr.
Der Begriff stammt aus der Zeit, als beim Ohrlochschießen ein Stahlstecker mitgegeben wurde, der wochenlang drinbleiben sollte. In dieser Form gibt es das heute nicht mehr.
Inzwischen gilt für Erstschmuck eine klare Materialvorgabe, und was diese Vorgabe erfüllt, ist der Stecker, den du bekommst — bei mir Bioplast oder Titan nach ASTM F136. Ein zusätzlicher „medizinischer" Stecker daneben existiert nicht.
Der einzige echte Unterschied ist die Länge. Der Erststecker ist länger, damit die Schwellung Platz hat. Wenn sie zurückgegangen ist, passe ich ihn an.
Meistens ist er das gar nicht. In fast allen Fällen hat sich einfach die Kugel abgeschraubt. Die Bruchstelle, die du zu sehen glaubst, ist das Gewinde.
Bioplast ist biegsam und bricht praktisch nicht. Auch bei Titan ist eher die Kugel das Problem als der Stab.
Was du tun solltest: Den Rest drinlassen, damit der Kanal offen bleibt, und dich bei mir melden. Ich bringe Ersatz mit oder wir finden eine Lösung, bis wir uns sehen.
Dann zählt die Zeit. Ein frischer Kanal kann sich innerhalb weniger Stunden so weit schließen, dass nichts mehr durchgeht. Je älter er ist, desto mehr Spielraum hast du.
Versuch nicht, den Schmuck mit Gewalt wieder einzusetzen. Wenn es nicht fast von allein geht, hörst du auf — sonst legst du einen zweiten Kanal an oder verletzt den alten.
Melde dich bei mir. Wenn ich nicht in der Nähe bin, sage ich dir, was in der Zwischenzeit sinnvoll ist.
Der häufigste Grund ist Spannung: Der Schmuck zieht an der Haut, und der Körper schiebt ihn Stück für Stück nach außen.
Woran du es merkst: Der Kanal wird kürzer, oder der Schmuck schimmert durch die Haut.
Melde dich früh. Solange noch genug Gewebe da ist, lässt sich oft etwas machen. Wartest du, bis es von allein herauskommt, bleibt eine deutlich größere Narbe zurück als der Kanal selbst.
Warum im Erstschmuck nur bestimmte Materialien etwas zu suchen haben.
Beide sind für den Kontakt mit frischem Gewebe geeignet und im Preis enthalten. Das Titan entspricht der Norm ASTM F136, dem Standard für Titan in chirurgischen Implantaten. Ich arbeite bevorzugt mit Bioplast; wenn du Titan möchtest, bekommst du Titan. Modeschmuck hat im Stichkanal nichts verloren, solange er heilt.
In den ersten sechs Wochen gar nicht. Danach nur, wenn es wirklich nötig ist, und am besten nach Absprache mit mir. Der Wechsel kostet dich nichts.
Das ist die Frage, die mir am häufigsten aus Arztpraxen zurückgespielt wird. Die pauschale Antwort „alles muss raus" stammt aus einer Zeit, in der anderes Material verbaut war.
Bioplast ist ein Kunststoff. Er ist nicht magnetisch, leitet keinen Strom, erwärmt sich im Magnetfeld nicht und wirft auf keiner Aufnahme einen Schatten.
Titan ist ebenfalls nicht magnetisch und wird im Magnetfeld nicht angezogen. Es kann allerdings im unmittelbaren Bereich der Aufnahme Bildstörungen verursachen. Wenn genau diese Region untersucht wird, ist es sinnvoll, wenigstens die Kugel abzunehmen.
Wichtig: Die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der Radiologe vor Ort, nicht ich und nicht du. Es geht mir nicht darum, eine Anweisung zu überstimmen — sondern darum, dass sie auf Materialkenntnis beruht statt auf einer alten Faustregel.
Bekommst du. Ich stelle für Ärztinnen, Ärzte und medizinische Einrichtungen ein Schreiben aus, in dem die Zusammensetzung des verwendeten Materials aufgeführt und bestätigt wird.
Damit hat die Praxis eine schriftliche Grundlage und muss sich nicht auf deine mündliche Auskunft verlassen. Gerade vor Untersuchungen und Eingriffen erspart das die Diskussion am Empfang.
Sag mir, für welche Einrichtung und für welchen Termin du es brauchst, dann schicke ich es dir. Kontakt
Weil die Stelle anschwillt und Platz braucht. Wenn die Schwellung zurückgegangen ist, kann ein kürzerer Stab sinnvoll sein — das passe ich dir an.
Am Ohrläppchen frühestens ab der achten Woche. Im Knorpel erst nach abgeschlossener Heilung, frühestens nach sechs Monaten. In beiden Fällen nach Absprache. Als Erstschmuck kommt bei mir kein Ring hinein. Ausnahmen sind Septum, Smiley und Frowny: Dort sitzt ein gerader Stab nicht sinnvoll, deshalb setze ich ein Hufeisen. Für alle anderen Stellen gibt es vier Gründe gegen einen Ring:
Geduld ist bei der Abheilung der wichtigste Teil der Pflege.
Rechne mit sechs bis zwölf Monaten bis zur Reifephase. Dass die Haut nach ein paar Wochen ruhig aussieht, heißt nicht, dass innen alles fertig ist.
Keine Absonderung, keine Krusten, kein Druckgefühl, und der Kanal fühlt sich unempfindlich an. Wenn du unsicher bist, frag lieber nach, bevor du wechselst.
Möglich, ja — bei einem frischen Piercing sehr schnell. Je älter der Kanal ist, desto länger hält er. Eine Garantie gibt es nicht.
Melde dich früh. Wenn der Kanal kürzer wird oder der Schmuck durchscheint, lässt sich meist noch etwas machen. Wartest du zu lange, bleibt eine größere Narbe.
Ist deine Antwort nicht dabei? Schreib mir per WhatsApp unter +49 151 61000002
Ein Foto hilft mir meistens weiter als eine Beschreibung. Schick es mir einfach mit.
Die Angaben auf dieser Seite sind allgemeine Pflegehinweise und ersetzen keine ärztliche Untersuchung oder Behandlung. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.